( eine Stellungnahme des 1. Vorstandes der Reptilienfreunde Oberschwaben e.V.)

gegen Radikalen Tierschutz und das Verbot zur Haltung von Wild - und Exotentierhaltung

Nun, was bedeutet das für mich:

Als vor ca. 400 000 Jahren die ersten Menschen erschienen, traten, - Gott sei Dank! - nicht gleich, so genannte "Tierrechtler" in den Fokus. Wir würden sonst vielleicht noch auf Bäumen "hausen" und irgendwelche Blätter kauen und mit der Hälfte unserer jetzigen Lebenserwartung zufrieden sein müssen.
Wir haben aber recht früh damit begonnen Wildtiere zu Jagen und zu domestizieren, was unserer Entwicklung zum modernen Menschen durch den Verzehr von Fleisch sicher gut getan hat.
Mittlerweile treten vermehrt radikale Tierschützer und Verbände auf, die nun der Ansicht sind Vegan zu leben, vor der örtlichen Metzgerei gegen den Verzehr von Fleisch protestieren, (Sich auch noch wundern, wenn die alljährliche Spende dieser Metzgerei ausbleibt) jegliche Tierhaltung zu verbieten, den Wildtierbestand nicht durch kontrollierte Jagd zu regeln und der Natur sowieso ihren freien Lauf zu lassen.
Blöd nur, wenn diese dann eines Morgens erkennen müssen, dass der Vorgarten ihres Eigenheims durch Wildschweine umgepflügt wurde, der Spaziergang im Wald an einem schönen Sonntag leider ausfallen muss, weil die Gefahr zu groß wäre von der Leitwölfin des örtlichen Wolfsrudels angegriffen zu werden. Oder die Autofahrt zur Qual wird, weil man durch die ständigen Ausweichmanöver des Rotwilds zu Fuß wohl schneller ist. Das in der heutigen Zeit, wo die Kapazitäten der Logistik und des Handels eh schon an ihre Grenzen stoßen und diese in Zukunft wohl noch zunehmen müssen um uns alle mit ausreichend (Karnivorer) Nahrung zu versorgen.
 
- Wir distanzieren uns von solchem Radikalismus- von Peta und Co
 
Jeder Veganer wird trotzdem von uns respektiert und ist recht herzlich eingeladen unserem Verein beizutreten, wenn er seine Neigungen für sich behält oder wenigstens "nicht an die große Glocke hängt". Die Fleischesser müssen sich ja auch nicht ständig in den Vordergrund stellen um sich zu profilieren.
 
Nach dem Willen dieser radikalen Tierrechtler, darunter auch der Deutsche Tierschutzbund mit seinen annähernd 800 000 Mitgliedern, dem größten Verband dieser Art sollen nun die Haltung und Zucht von Wildtieren und Exoten generell verboten werden - Aus Tierschutzgründen -, wie es heißt. Darunter fallen natürlich auch die Amphibien, Reptilien, Terrarientiere und weitere Kriechtiere, für die wir uns einsetzen!
 
Wieder mal blöd für den veganen radikalen Tierrechtler, der Gerade eine Labradorhündin lieb gewonnen hatte nach dem sie ihm vor Wochen (gefunden auf einer Autobahnraststätte)  über den eigenen "Tierschutzverein" anvertraut wurde.
Weil auch dieses Tier ein Exot darstellt. 
Wie Jetzt! Überrascht lieber "Tierrechtler"?Ja, selbst das Guppy Aquarium Ihrer Vorsitzenden im Verein beinhaltet Exoten !!! 

Es geht hierbei aber keines Weges nur um Exoten und Wirbeltiere. Das bekannte Reh, oder der Feldhase, NEIN !
Man stelle sich vor:
Der Tierschutzbund, deren einzelnen Vereine fordern ausdrücklichen Tierschutz für Wirbellose!
"Mordio" und Tierquälerei sei es eine Nachgezüchtete Vogelspinne etwa zu halten, zu beobachten, zu Forschen........
......... Aber Während einer Abendveranstaltung der Organisation in einer gemütlichen Mehrzweckhalle, die von, sagen wir, zehn Außenleuchten hell bestrahlt wird, verglühen und verdampfen allein im Verlauf der Rede des Präsidenten in diesen Lampen Hunderte der schutzwürdigen Tierchen. Danach wird er sich in sein Auto setzen und auf der Rückfahrt nach Hause weitere Wirbellose in großer Zahl an seiner Windschutzscheibe, im Kühlergrill und an den Scheinwerfern zerquetschen, zerschmettern und zermalmen. Anschließend wird er sich gemütlich in sein Bett in seinem Eigenheim legen, für dessen Errichtung Wirbellose in Massen draufgegangen sind. Am nächsten Morgen macht er sauber und lässt von der Staubmilbe bis zur Hausspinne alles im wenig artgerechten Staubsaugerbeutel verschwinden

Ein Verbot von Wildtier - und Exotenhaltung nach dem Willen dieser Tierrechtler aus Liebhaberei abseits klassischer Haustiere würde auf Dauer unmöglich werden. Das ist besonders deshalb schon absurd, da tatsächliche Tierschutzprobleme in der Haltung vor allem bei klassischen Haustieren wie Hunden, Katzen, Meerschweinchen und Zwerghase auftreten, während Fische, Schlangen, Lurche, Frösche und erst recht Vogelspinnen häufig ohne Schwierigkeiten tiergerecht gepflegt werden können.
Unlängst sind nun in der Politik aber tatsächlich Forderungskataloge in die Wahlprogramme einiger Parteien aufgenommen worden, die nur das eine bezwecken wollen........ Generelles Haltungsverbot von Wild - und Exotenhaltung

Wie kommen die überhaupt dazu???
Wenn wir bedenken: dass, wenn wir alle Tierhalter von Wild - Wirbel - und Exotischen Tieren zusammen nehmen würden die Wählerschaft dieser Parteien mit Sicherheit NICHT  für deren Wahlprogramme sind.
Dem Gegenüber steht diese "Hand voll" radikaler Tierrechtler und/ oder der örtliche Tierschutzverein organisiert im Landesverband, die weiterhin "gestrandete" Tiere Aufnehmen und ihre mit Fördergeldern belegte Katzenkastrationsprojekte voran treiben!
 Bitte nicht falsch verstehen!..... wir brauchen diesen Tierschutz, der vielerlei aufopfernden Mitgliedern solcher Organisationen, ganz Klar.
Wie aber kommt ihr Tierrechtler und Politiker dazu, sich so vehement für eine derartige Einschränkung des Hobbys sehr vieler Menschen einzusetzen?
Von wissenschaftlicher Seite sind jedenfalls Forderungen nach einer Verschärfung der Gesetze kaum zu vernehmen. Unser Tierarzt und weitere Biologen, die sich mit den entsprechenden Tiergruppen auskennen, haben im Regelfall auch nichts gegen deren Haltung einzuwenden. Im Gegenteil: Gerade bei Amphibien, Reptilien, Wirbellosen und Fischen stehen sich Hobby und Wissenschaft sehr nahe. Wesentliche Kenntnisse stammen aus der privaten Haltung und Zucht, Unsere zahlreichen Artenschutzprojekte wären ohne diese gar nicht denkbar.
Der wissenschaft­liche Wert der Katzenhaltung ist hingegen eher begrenzt.
Als ich unlängst zur Rettung des Tettnanger Tierschutzvereins bei deren Außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende April 2016 (die Schwäbische Zeitung berichtete) als Vorstandsmitglied kandidieren wollte sind wir aufs schärfste wegen unserer Haltung und Zucht von Exotischen Tieren angefeindet worden.
Für mich stellen sich zwei Hauptgründe dar, die für die Stimmung gegen die Haltung von Exoten ausschlaggebend sind.
Es herrscht zum einen weitgehende Unkenntnis. Offenbar hat man es nicht für nötig befunden, Fachleute wie wir, Tierärzte und weitere Biologen zum Thema zu befragen. Zum anderen haben sie sich ausschließlich auf das Urteil vom Vorsitzenden des Landesverbandes Herbert Lawo gestützt.
im Übrigen ein sehr destruktiver Kommentar von Herrn Lawo, der fast zum Ende des Vereins geführt hätte. Dieser war zudem sehr ideologisch von Thesen der Tierrechtler beeinflusst.
schlicht: Wildtiere gehören in die Freiheit, Kriechtiere und Reptilien leiden im stillen
Dass es biologisch keinen Unterschied zwischen den Ansprüchen von Wild- und Haustieren gibt, interessiert da nicht. Es regieren blanke Gefühligkeit und Vermenschlichung, die Idee der Freiheit wird nach menschlichen Maßstäben einfach auf Tiere übertragen.
Statt mit uns in den Dialog zu treten, werden wir vorverurteilt, vielleicht sogar in Zukunft ignoriert! Dies bleibt abzuwarten. Ein wirklicher Neuanfang wäre dem wirklichen Tierschutz nur zu wünschen
Darum bleibt Thomas und meine Wenigkeit im Tettnanger Tierschutzverein auf unbestimmte Zeit um mal zu sehen "Was da so geht"

Mai 2016, Tobias Herke, 1. Vorstand RFO